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Gregor Stratmann
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2005 - 2010
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Kanupolo
historisch
GESCHICHTE DES KANUPOLO
Die Geschichte des Kanupolos teilt sich in zwei größere Abschnitte. Der
erste Abschnitt lag zwischen den beiden Weltkriegen von 1926 -1935. Der
zweite Abschnitt begann nach ca. 35 -jähriger Abstinenz im Jahre 1968 mit
Einführung der widerstandsfähigeren Kunststoffboote.
KANUPOLO VON 1926 - 1935
Warum wollte man eine Sportart wie das Kanupolo überhaupt einführen? Die
Gründe des Deutschen Kanu - Verbandes (DKV) waren hier weit gefächert Nicht
so wie heute, wo viele Kanuten über Vereine dem DKV anschlossen sind, gab es
damals viele Kanuten, die weder einem Verein, noch dem DKV angehörten. Man
erhoffte sich auf Seiten der Verantwortlichen beim DKV eine große
Werbewirksamkeit durch das Spiel "KANUPOLO". Von Wanderfahrern, die damals
den größten Teil der Kanuten stellten, nahm in der Öffentlichkeit kaum einer
Notiz, wenn sie weitab von den Städten und fernab vom Verkehr in der
Einsamkeit der Natur ihre Fahrten durchrührten. Ebenso zogen
Langstreckenregatten keine Zuschauer an, da sich das Geschehen auf eine zu
große Strecke verteilte. Kurzstreckenwettfahrten mit Einlage von
Kampfspielen konnten die Alternative sein, um hier ein Interesse in der
Öffentlichkeit wachzurufen. Vom Kanupolo erhoffte man sich als
Propagandamittel des Kanusports eine Aufstockung der Mitgliederzahlen. Für
den Kanusport selbst bot das Kanupolo eine echte Alternative und auch
Ergänzung zu anderen Kanusportdisziplinen. Rennboote z.B. waren sehr teuer.
Sie mussten sehr lange halten, denn die finanziellen Möglichkelten der
Vereine waren nicht sehr groß. Das Training mit diesen Booten blieb nur
wenigen Aktiven (2-4 Sportler pro Boot) vorbehalten. Für ein Rennboot bekam
man ca. sieben Poloboote, so dass die 7 fache Anzahl von Sportlern
wettkampfmäßig trainieren konnte. Der letzte Punkt, aber sicherlich zur
damaligen Zeit kein unwesentlicher, war die Pflege des Mannschaftsgeistes.
Es wurde erwartet, dass die Sportkameraden sich gegenseitig erzögen, denn
eine Mannschaft konnte nur spielen, wenn alle Glieder dieser Mannschaft an
einem Strang zogen. Die Herren des DKV setzten also große Hoffnungen in das
Kanupolo, was sich auch in dem folgenden Ausspruch widerspiegelte: "
Kanupolo kann für uns das werden, was das Fußballspiel für die Landratten
geworden ist" (Schneekloth 1926)
Nach langen Beratungen wurden 1926 die ersten Kanupolo - Spielregeln
veröffentlicht. Sie lehnten sich an Spielregeln anderer Ballspiele
(Wasserball, Handball usw.) an, dabei wurden hauptsächlich die des Fußballs
zu Grunde gelegt.
Einige Beispiele:
Die
Spielfeldgröße 99 - 120 m für die Seitenlinie und 50 - 90 m für die Torlinie
Die Mannschaft besteht aus 11
Spielern.
Die Spielzeit beträgt 90 min. Nach
45 min. wird eine 10 min. Pause gemacht
Der Torwart darf als einziger den
Ball auch mit der Hand spielen. Alle anderen
dürfen hierzu nur das Paddel benutzen.
Die Abseitsregel.
Ein Poloeinheitsboot wurde entworfen. Es durfte nicht zu lang
sein, musste stabil, dabei aber auch sehr wendig sein. Pufferausrüstungen
sollten die Boote, bei nicht zu vermeidenden Kollisionen im Spiel, vor allzu
starken Beschädigungen schützen. Das Einheitsboot wurde unter anderem darum
entworfen, um beim Spiel keiner Mannschaft einen Vorteil zu verschaffen. Ein
großer Faktor spielte natürlich die Kostenfrage. Hätte man mehrere
Bootstypen gehabt, so wäre das einzelne Boot teurer gekommen. Bei größeren
Stückzahlen hingegen ließen sich die Kosten doch erheblich senken.
1927
Die
ersten Spiele. Federführend war der Wassersportverein Polizei Hamburg,
der
anlässlich der deutschen Kanumeisterschaften gegen eine Kombination aus
Bremen und Berlin spielte.
Erste Regeländerungen. Alle Spieler durften Jetzt den Ball mit der Hand
spielen.
Fernerhin wurde nur noch 5 gegen 5 gespielt (davor 11 gegen 11)
Verkleinerung des Spielfeldes auf 60-90 Seitenlinie , 40-60 Torlinie.
Die Spielzeit wurde auf 2 x 30 min. gekürzt .
Der Ausschluss (Feldverweis) wurde eingeführt.
3 sec., nicht länger, durfte der Ball in der Hand gehalten werden.
1928
Erster Deutscher Kanupolomeister der "WSV POLIZEI HAMBURG "
1929
Eine Änderung im Bereich der Regeln war die Einführung des 6. Spielers.
1930
Das Kanupolo einen größeren Aufschwung zu nehmen. Es gab mittlerweile so
viele
Mannschaften, dass nur noch die Kreismeister, die sich in
Vorrundenspielen qualifiziert hatten,
den deutschen Meister ausspielten. Die
KG Wanderfalke Essen wurde "Deutscher Meister."
Aber auch andere Vereine an Rhein und Ruhr spielten Kanupolo. So z.B. die
Duisburger Vereine
1. Meidericher KC und Dyk'scher Wassersportverein.
1931
Um Anfängermannschaften die Trainingsarbeit zu erleichtern, wurde eine
Trainingsanleitung:
"Kanupolotraining" veröffentlicht: Doch im
selben Jahr kam dann die große Ernüchterung.
Die Berichte über die deutschen
Kanupolomeisterschaften, eigentlich sollten diese ja das Hauptereignis
des
Jahres werden, waren sehr spärlich. Der Grund hierfür "Die Enttäuschung war
damals in Duisburg
groß, das Spiel bot zu wenig. Das Endspiel entschieden,
in einem sehr schwach geführten Spiel,
die Wanderfalken aus Essen mit 6:0
für sich gegen die Polizisten aus Hamburg.
1934
Es gab letztmals die deutschen Kanupolomeisterschaften in Nürnberg.
Deutscher Meister wurde die KG Wanderfalke Essen.
1935
Kam erst einmal das Aus für das Kanupolo.
KANUPOLO SEIT
1966
Das Kanupolo machte 1965 im Verbandsorgan des "DKV", der Zeitschrift
"Kanusport", durch eine kleine
Notiz wieder auf sich aufmerksam. Es wurden
Vereine gesucht, die an einer Neuauflage des Kanupolos
Interesse hätten.
Gemeldet haben sich daraufhin hauptsächlich einige Vereine aus dem Raume
Nordrhein Westfalen und dem Raume Hamburgs. Darunter auch wieder die
Vorkriegsvereine
KG Wanderfalke Essen und WSV Polizei Hamburg.
1966 - 1968
gab es einige Demonstrationsspiele.
1969
Es kam in Essen und Hamburg die ersten Turniere. Mit jeweils sechs Teams
hatten diese
Turniere schon eine recht gute Beteiligung
Der DKV setzte einen " Beauftragten für Kanupolo " ein.
1970
schuf die Landesgruppe Hamburg eine Bootsform für Poloboote. Diese Form
wurde auch anderen
Landesverbänden zur Verfügung gestellt. Man baute
Kunststoffboote. Dieses Boot wurde dann
auch als Einheitsboot in Ausmaßen
und Gewicht in den neuen Spielregeln festgehalten.
Die Mannschaftsstärke
wurde auf 9 Spieler erhöht, wobei 6 Spieler jeweils auf dem
Feld sind und 3
als Auswechselspieler am Rande lagen. Eingeführt wurde jetzt eine eigene
Jugendklasse.
1971
Die l. deutschen Kanupolomeisterschaften nach dem Kriege in
Salzgitter-Lebenstett
Deutscher Meister bei den Herren wurde WSV Polizei
Hamburg durch einen 6 : 4
Erfolg gegen den 1. Meidericher KC Jugendmeister
wurde BW Schwalbe Hamburg vor KC Altrip.
1972
Traten neue Turnierplätze in Erscheinung. Der KSV Rothe Mühle Essen begann
mit seinem
Pfingstturnier. KV Kiel kam mit dem Kieler Woche Turnier und die VMW Berlin mit dem Spree- Havel - Cup.
1975
An den fünften deutschen Meisterschaften, hatte sich die Teilnehmerzahl
gegenüber 1974 nahezu verdreifacht.
Erstmals gab es 5 verschiedene
Spielklassen: Damen, Herren- A-, Herren -B-, Junioren und Jugend :Es gab eine Regeländerung. Die Abseitsregel wurde aufgehoben.
Beim Hamburger Herbstturnier nahmen zum ersten Mal auch Teams aus Dänemark
und Schweden teil.
Der Kanupolosport nahm einen gewaltigen Aufschwung. Fast
alle Bundesländer stellten Teams.
1977
Nahmen 37 Mannschaften aus 22 Vereinen an den Meisterschaften in Essen teil.
Zum ersten Mal wurde bei den Herren um Auf- und Abstieg gespielt.
Die bisherigen Abonnentmeister wurden durch andere Vereine wie z.B. KSV
Rothe Mühle Essen,
VMW Berlin oder BW Schwalbe Hamburg abgelöst. Erstmals
wurden in den kommenden Jahren
die Aufstiegsspiele von der
Meisterschaftsspielen getrennt
In den folgenden Jahren kamen weitere Vereine z.B. aus Mülheim/Ruhr,
Duisburg, Dusseldorf, Wetter,
Moers und Hamm hinzu. Durch die Vielzahl der
Teams aus Nordrhein Westfalen konnten
1978 erstmals NRW - Meisterschaften
durchgeführt werden.
1980
Kam es in London zu einem Ländervergleichskampf mit: Holland, England und
Schottland.
Das deutsche Team spielte erstmals in kleineren Booten und nach
englischen Regeln.
1982
War es der KSV Rothe Mühle Essen, der sich in den Niederlanden die ersten
Kleinfeldboote kaufte,
und internationale Kontakte aufbaute.
1984
Der KSV Rothe Mühle gewann erstmals ein internationales Kleinfeldturnier in
Amsterdam.
1986
War es wiederum der KSV Rothe Mühle der in Amsterdam gewann. Der KSV Rothe
Mühle Essen
richtet sein erstes internationales Kleinfeldturnier aus. Es
wurde nach den niederländischen Regeln
gespielt. 25 Mannschaften aus dem In-
und Ausland nahmen daran teil.
1987
Abschlußarbeit der Intern. Wettkampfbestimmungen und Übergabe an die
Internationale - Kanu - Föderation (ICF )
1988
Im September ICF - Kongress in Seoul Annahme der POLO - Regeln
1989
Der Deutsche Kanuverband übernimmt das Regelwerk der ICF.
1990
Im August ICF - Kongress in Polon. Offizielles POLO - Komitee wird gewählt.
Rolf Thiede aus Hamburg wird der Vorsitzende.
1990
Stellte der KSV Rothe Mühle sein Int. Pfingstturnier von Groß- auf Kleinfeld
um.
Neue Namensgebung für das Turnier: "Intern. Deutschland Cup"
Dieses Turnier ist mittlerweile das größte Turnier der Welt. Rund 80 Teams
aus 10 Nationen,
6 Spielfelder, an 3 Tagen, zwischen 250 und 300 Spiele
werden ausgetragen.
Erstmals nahmen
an diesem Turnier auch Mannschaften aus den neuen Bundesländern teil.
1991
Die ersten
deutschen Meisterschaften im Kleinfeld auf dem Maschsee in Hannover:
Der KSV Rothe Mühle stellte den ersten "DEUTSCHEN MEISTER".
Bei den Junioren
siegte ein Team aus den neuen Bundesländern bzw. aus Ostberlin, nämlich
Rotation Berlin.
1992
Im Oktober ICF - Kongress in Madrid/ Spanien. Kanupolo erhält die
Berechtigung
Welt - und Kontinentalmeisterschaften durchzuführen.
1993
Wurden in Sheffield (England) die ersten inoffiziellen "EUROPAMEISTERSCHAFTEN,
in den Klassen Damen und Herren ausgetragen. Die Teams aus
Deutschland konnten den Wettbewerb gewinnen.
1994
Die ersten "KANUPOLO - WELTMEISTERSCHAFTEN " wurden in Sheffield
ausgetragen.
18 Nationen nahmen daran teil, wie z.B. Australien, Kanada, New Zealand, Brasilien,
Chinese Taipei, South Afrika oder Japan. Weltmeister
Herren : Australien, Vizemeister: Deutschland,
Weltmeister Damen:
Australien, Vizemeister: Great Britain
1995
Einführung der Kanupolo Bundesliga für die Herren
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